Französische Weine

Französische Weine werden in
verschiedenen Regionen Frankreichs hergestellt und Frankreich
ist, nach Italien der zweitgrößte Weinerzeuger der Welt mit
einer jährlichen Produktion von 7-8 Milliarden Flaschen Wein.
Das französische Klima eignet sich hervorragend zum Weinanbau
und Frankreich gilt darum nicht nur quantitativ, sondern auch
qualitativ als eines der bedeutendsten Weinländer in der
Welt.
Alle Weine aus Frankreich gehören einer
Qualitätskategorie an und Frankreich und kaum ein anderes Land
der Welt kennt strengere Weingesetze als Frankreich.
Um das französische System und seine
Qualitätskategorien zu verstehen muß man zuerst wissen was der
Begriff "Appellation" bedeutet. "Appellation" ist ein
französischer Begriff Der sich auf die landwirtschaftliche
Produktion innerhalb einer bestimmten geografischen Region
bezieht. Apellationen gibt es für alle möglichen
Landbauprodukte, für Geflügel, Käse, Fleisch und auch für Wein.
In den 30er jahren des vorigen Jahrhunderts kam man in
Frankreich zu dem Entschluß daß Landbauprodukte ihren Geschmack
teilweise an die Region ihrer Herkunft danken und dieses System
wird derzeit auch in vielen anderen Ländern angewendet.
Französische AOC-Weine einer bestimmten Sorte stammrn immer aus
einer bestimmten Region und aus bestimmten Rebsorten. Andere
Traubensorten werden nicht zugelassen und wenn man weiß woher
ein französischer Wein stammt, weiß man gleichzeitig auch aus
welchen Traubensorten Er hergestellt wurde.
Französische Weine werden in 4
Qualitätskategorien eingeteilt:
1. Appellation d'Origine Contrôlée
(AOC): Dies ist die höchste Kategorie
französischer Weine und AOC-Weine unterstehen einer äußerst
strengen Qualitätskontrolle und die dazugehörenden Regeln
umfassen die Methoden des Weinanbaus, Methoden der
Weinherstellung, Weinanbaugebiete, Rebsorten, Mindestgehalt an
Alkohol und mehr. Alle AOC-Weine werden analysiert, verkostet
und die sehr strenge französische Gesetzgebung steht garant für
eine exzellente Qualität aller Weine aus dieser Kategorie. Auf
den Weinetiketten wird der Begriff "Origine" wird oft durch den
Namen des Ortes der Herkunft des Weins, wie z.B. "Appellation
Beaujolais Contrôlée", ersetzt.
2. Appellation d'Origine Vin de Qualité
Supérieure (AOVDQS): Dies ist die zweithöchste
Kategorie französischer Weine und auch AOVDQS-Weine unterliegen
einer sehr strengen Qualitätskontrolle, mit Regeln bezüglich
der Herkungt, Produktion, Rebsorten, Alkoholgehalt, Methoden
des Anbaus und der Herstellung.
3. Vin de Pays: Vin de Pays
bedeutet, auf Deutsch übersetzt, so viel wie "Landweine" und es
gibt etwa 150 verschiedene Appellationen Vin de Pays in
Frankreich für jeden Bereich der Herkunft. Weinanbaugebiete für
französische Landweine sind bedeuten größer als Die der
AOC-Weine. Languedoc Roussillon z.B. produziert allein schon
etwa 75% aller Landweine aus Frankreich und etwa 25% aller
Weine aus Frankreich sind Landweine. Vin de Pay darf nur aus
bestimmten, durch einen "Conseil Interprofessionnel"
(gemeinsamer Ausschuss von Fachleuten) vorgeschlagene,
Rebsorten hergestellt werden. Die Verordnungen für Landweine
sind weniger streng als für AOC- und AOVDQS-Weine, auf den
Etiketten dürfen z.b. die verwendeten Traubensorten angegeben
werden was bei AOC- und AOVDQS-Weine nicht der Fall ist, aber
auch Landweine unterliegen noch immer einer verhältnismäßig
strengen Gesetzgebung. Alle Landweine werden analysiert,
verkostet und eventuell genehmigt und als Vin de Pay
akzeptiert. Französischer Vin de Pays ist sehr beliebt, relativ
preisgünstig und darum ideal für den alltäglichen Konsum.
4. Vin de Table: Vin de Table
ist Tafelwein und ca. 40-50% aller Weine aus Frankreich fallen
in diese Kategorie. Vin de Table ist Wein aus der niedrigsten
Qualitätskategorie und für diese Weine gibt es nur wenige
Regeln und Einschränkungen von der Europäischen Union und das
Etikett muß nicht den Ursprung dieser Weine erwähnen.
Tafelweine sind meist eine Mischung aus mehreren Traubensorten
und manchmal selbst aus Trauben verschiedener Herkunftsländer
innerhalb der Europäischen Union. Tafelwein aus Trauben
französischer Herkunft wird "Vin de table francais" genannt,
während Tafelweine aus verschiedenen europäischen Ländern
einfach nur "Europäischer Tafelwein" heißt.
Weinanbaugebiete in Frankreich
Burgund: Burgund ist eine
Region im Nordosten Frankreichs mit mehreren Appellationen.
Obwohl es einige Weine aus großer Produktion mit dem Namen
"Burgunder" gibt sind Dies meist keine echten Burgunderweine.
Wein mit dem Namen "Bourgogne" auf ihrem Etikett (entweder
Blanc oder Rouge) bedeutet daß der Wein aus burgund stammt.
Desweiteren gibt es Weine mit dem Namen eines bestimmten Dorfes
auf ihrem Etikett und Premier Cru und Grand Cru Weine, Die aus
bestimmten Weinbergen, innerhalb der Nachbarschaft eine
bemerkenswerten Dorfes, stammen.
| Alle Weißweine Burgunds werden aus
Chardonnay hergestellt und alle Rotweine aus
Pinot Noir Trauben. Französische Weine aus
Burgund sind entweder gewöhnlicher Wein, Wein
aus einer bestimmten Dorfregion oder Premier
Cru und Grand Cru Weine, Die aus besonderen
historischen Weinbergen stammen. Um welchen
Wein es sich dabei auch handelt, Weißwein
ist |
 |
immer Chardonnay-Wein und Rotwein immer Pinot
Noir Wein.
Bordeaux: Bordeaux ist eine
Hafenstadt an der südwestlichen Atlantikküste Frankreichs und
seit der Römerzeit ein Zentrum des Weinhandels. Alle Rotweine
aus Bordeaux werden aus einer Kombination von Cabernet
Sauvignon and Merlot hergestellt und alle Weißweine aus
Sauvignon Blanc, oft in einer Kombination mit Trauben der Sorte
Semillon und/oder Muscadelle. Ein weißer Chardonnay-Wein aus
Bordeaux wäre undenkbar weil Dies, laut dem französischen
Weingesetz, kein legaler Bordeaux-Wein
wäre.
Im Westen, näher am Atlantik, in den Medoc
Appellationen Bordeaux´s, dominiert Cabernet Sauvignon die
Weinmischungen und im Osten, in den Appellationen St. Emilion
und Pomerol, ist Merlot die dominierende Sorte. Individuelle
Weingärten werden "Chateau" genannt und viele Chateaus sind
heutzutage im Besitz großer Konzerne, die viele Chateaus
besitzen. Wie in Burgund werden auch französische Weine aus
Bordeaux in verschiedene Qualitätsstufen eingeteilt. Es gibt
den grundlegenden Bordeaux AC (Appellation Contrôlée), Bordeaux
Superieur AC und die Klassifikationen der besten Chateau-Weine
in den Kategorien Cru Classe, Erste Cru Classe, Zweite Cru
Classe und Grand Cru Classe.
Rhonetal: Das Rhonetal liegt
im Süden Frankreichs und wurde vor mehr als 2.000 Jahren von
griechischen und römischen Kolonisten gegründet. Im Rhonetal
ist es ziemlich heiß, wodurch Es besser zur Herstellung von
Rotweinen geeignet ist und der übergroße Teil an Rhoneweinen
besteht dann auch aus Rotwein. Rotweine im nördlichen Rhonetal
werden aus Syrah-Trauben hergestellt und die wenigen Weißweine
aus einer Kombination von Viognier, Marsanne und Roussanne.
Rotweine aus den Appellationen Rôtie, Eremitage, Cornas und
Crozes sind meist 100% Syrah.
Im südlichen Rhonetal dominiert die Rebsorte
Grenache den Rotwein, obwohl Dieser häufig aus einer
Kombination mit Mourvedre, Cincault und noch einigen anderen
Sorten besteht. Berühmte Appellationen im südlichen Rhonetal
sind Chateauneuf du Pape, Gigondas und Vaqueras.
Elsass: Der Elsass ist eine
Region im Nordosten Frankreichs, nahe der deutschen Grenze.
Französische Weine aus dem Elsass sind fast ausschließlich
Weißweine. Riesling ist die weitaus prominenteste Rebsorte,
gefolgt von Pinot Blanc, Pinot Gris und Gewürztraminer. Der
Elsass ist zugleich auch die einzige französische Weinbauregion
mit den verwendeten Traubensorten auf den
Weinetiketten.
 |
Loire-Tal: Das
Loire-Tal zieht sich durch Nord-Frankreich hin.
Die Loire ist der längste Fluß Frankreichs,
fließt vom südlich-zentralen Teil Frankreichs
bis zum Atlantischen Ozean und die größte
Weinanbaufläche befindet sich auf der letzten
Hälfte der Loire. Wegen seiner nördlichen Lage
produziert auch das Loire-Tal vorwiegend |
französische Weißweine.
Aus den Appellationen Sancerre, Pouilly, Quincy
und Reuilly im Osten des Loire-Tals kommen sehr gute Sauvignon
Blanc Weine. Touraine Weißwein, aus einem weiter westlich
gelegenen Dorf, ist ebenfalls ein Sauvignon Blanc Wein. In der
Mitte dominiert die Sorte "Chenin Blanc". Chenin Blanc Wein
kann, je nach Stil, trocken oder süß sein. "Sec" bedeutet
trocken, "Demi-sec" bedeutet teils süß und "Doux" bedeutet sehr
süß. Im Westen, wo die Loire in den Atlantischen Ozean mündet,
regiert die Sorte "Muscadet" die Weißweine. Französische Weine
aus dieser Region sind sehr trocken, sauber und mit einem
Geschmack Der an Mineralwasser erinnert.
Rotwein aus dem Loire-Tal ist relativ selten
und der meiste Rotwein kommt aus seiner Mitte. Die dazu
verwendeten Rebsorten sind Cabernet Franc und Pinot Noir. Ein
roter Sancerre-Wein wird aus Pinot Noir hergestellt und die
Appellationen Chinon, Bourgueil, Saumur-Champigny und Anjou
stehen für ihre Cabernet Franc Weine bekannt.
Champagne: Zuletzt muß man
noch die Champagne-Region erwähnen. Französische Weine aus der
Champagne werden zu Sekt, bzw. zu Champagner, verarbeitet. Die
dabei verwendeten Rebsorten sind, wie im nahegelegenen Burgund,
Chardonnay und Pinot Noir. Nur Sekt aus der Champagne darf sich
Champagner nennen. Schaumwein von außerhalb der Champagne darf
sich nur Sekt nennen, selbst wenn Er aus denselben
Traubensorten und mit denselben Produktionsmethoden hergestellt
wird. Champagner kann ein "Blanc de Blanc", was bedeutet daß Er
aus Chardonnay Trauben hergestellt wurde, oder ein "Blanc de
Noir", hergestellt aus Pinot Noir, sein. Champagner kann "Brut"
(trocken) oder "Doux" (süßer) sein. Zur Herstellung von
Champagner werden meistens französische Weine aus verschiedenen
Regionen der Champagne und von verschiedenen Jahrgängen
verwendet. Champagner aus nur einer Weinsorte und aus nur einem
Jahrgang ist sehr selten und dementsprechend auch sehr
teuer.
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